Mit-ein-Ander ins Risiko


Risiko ist in den seltensten Fällen ein isoliertes individuelles Phänomen, sondern für uns Menschen ein soziales, das ein gemeinsames Handeln erfordert. Die Fähigkeit zur Kooperation war für Menschen so wichtig, dass sie als Notwendigkeit in uns angelegt ist. Durch die Kooperation wurde es Menschen überhaupt erst möglich, die meisten Gefahren der Urzeit entweder durch Einschätzung einzugrenzen oder zu eliminieren.

Das hat seinen Preis: zumal durch die Eliminierung von Gefahren auch der Umgang mit Ihnen nicht mehr weiterhin gegeben ist (offenes Feuer) und wir tief in bestehende Gefüge eingreifen (Artensterben/invasive Arten).

Gerald Hüther beschrieb in “Biologie der Angst” schon vor 25 Jahren, wie sehr das soziale Setting sich auf Intensität von Angst und Schmerz auswirken kann, selbst wenn sich an der objektiven Bedrohung nichts ändert. So sind etwa Affen in Anwesenheit eines Stammesgenossen viel besser in der Lage mit Stress umzugehen, als wenn sie alleine wären. 

Rausch- und Risikopädagogische Begleitung, zieht Grenzen entlang der Gefahr und öffnet dadurch Erlebnisräume, in denen “etwas passieren kann” – ohne schwerwiegende negative Folgen.

Begleitung kann Gefahren zu Risiken transformieren, weil wir empathiebefähigte Wesen sind. Empathie entsteht durch den Einsatz von drei grundlegenden Fähigkeiten, wie der Forscher Joachim Bauer feststellt, indem wir:

uns in Andere einfühlen 
unsere Sichtweise wechseln und 
Entwicklungen antizipieren können.

Es ist also kein Zufall, dass das “aufeinander Zufallen” funktioniert, sondern eine empathische Leistung, die von zwei Menschen erbracht wurde.