
Der Skateplatz im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf ist aus einer Initiative des Kinder- und Jugendrates entstanden. Dort sind Kinder und Jugendliche vertreten, die Freude, Interesse und das Verantwortungsbewusstsein haben, für alle Betreuten spannende Angebote im Kinderdorf möglich zu machen. Der Rat wird von Fachkräften begleitet, immer in der Haltung, dass Kinder und Jugendliche die Expert*innen ihres eigenen Lebens sind.
Diese Gruppe startete in 2024 eine Umfrage unter allen Kindern und Jugendlichen, welche Angebote bereits super sind und gerne angenommen werden und welche Angebote noch fehlen. Zur Wahl standen ein neuer Spielplatz auf einer großen Wiese oder eine Skateanlage. Das Ergebnis dieser Umfrage zeigte, dass gerade für Jugendliche zu wenig Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auf dem Gelände vorhanden sind, so dass das Projekt einer Skateanlage mit Abstand die meisten Stimmen bekam.
Von der Planung über den Bau dauerte es noch bis zum Sommer 2025. Dann endlich im Herbst 2025 konnte der Platz mit einer kleinen Feier offiziell eingeweiht werden. Glücklicherweise wurden wir von einem professionellen Skateanlagen-Bauer tatkräftig unterstützt und konnten zusätzlich einige Spenden generieren.
Der Platz wird seither von den Bewohner*innen des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorfes als auch von Kindern und Jugendlichen aus Wahlwies rege genutzt. Der Kinder- und Jugendrat hat ein kleines aber klares Regelwerk beschlossen, das am Platz ausgehängt wurde. Graffity-Aktionen am Platz sorgen für eine kreative und lebendige Atmosphäre.
Egal ob Skateboard, Scooter oder Inliner – für alle bietet dieser Platz Risiko und Chance, seine eigenen Grenzen kennenzulernen, Wagnisse einzugehen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Nervenkitzel, Angst und dann ein gelungener Sprung … das sind basale Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung stärken. Ebenso Erlebnisse des Scheiterns, die nicht lähmend und demotivierend wirken, sondern als Lernfeld erfahren werden und zu einem neuen Versuch einladen.
Neben der freien Nutzung des Platzes unterstützt eine pädagogische Fachkraft, die selbst leidenschaftlich seit fast 10 Jahren aktiv Skateboard fährt, mit regelmäßigen Angeboten die Kinder und Jugendlichen, genau diese Erfahrungen zu machen. Dass Anstrengung sich lohnt und Fehler dazu da sind, weiter zu kommen und dass dieses wahnsinnig gute Gefühl sie beflügelt, wenn nach einem eingegangenen Wagnis ein neues Level erreicht wurde.
Wir konnten zusammen mit den Jugendlichen mit diesem Angebot einen Raum schaffen für Selbstwahrnehmung und Selbstermächtigung, für wachsende Entscheidungs- und Problemlösungskompetenz und für die Förderung von Risikobewusstsein und reflektierenden Handelns – alles zentrale Elemente des Risflecting Ansatzes und wichtige Faktoren für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.
Sandra Bärenz, Pestalozzi-Dorf
