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Blog

Die Komfahr-Zone

Natürliches Wachstum und Entwicklung, unser Erblühen, geschieht in der Balance von Komfort-, Risiko-und Gefahrenzone. Wir lernen nie mehr als in einem konstruktiven herzlichen Risiko. Dabei verlassen wir gerne unsere Komfortzone und die Gefahr ist das „obere“ Grenzsignal.

Doch was geschieht, wenn wir grundsätzlich in eine Krise geraten?
Neben dem zentralen Element der Orientierungslosigkeit kennzeichnet sich eine Krise durch konkrete Parameter und zeitliche Begrenzung. 

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“step by step” Richtung Entscheidung:
Mitmach-Parcours & Bullet Journal

Der “Entscheidungs-Parcours” bietet Schüler*innen Hilfe, Unterstützung und individuelle Begleitung bei der Berufsorientierung. Der Übergang von der Schule zum Berufsleben stellt eine sensible Phase dar und ist geprägt von viel Unsicherheiten sowie der Suche nach Orientierungshilfen. 

Für die Suchtprävention spielt die Potenzialförderung der Problemlösekompetenz sowie die Förderung allgemeiner Kompetenzen eine wichtige Rolle. Jugendliche darin zu bestärken, dass es Lösungen für Probleme gibt, dass man auch mal Entscheidungen treffen kann, die sich im Nachhinein nicht als die optimale Lösung erweisen, führt zu einer inneren Sicherheit und zu einem Selbstvertrauen, welche es zulassen Bewältigungsstrategien zu entwickeln. 

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…Wunder geschehen…

Geschichten wider die unerträgliche Abschiebung junger Menschen

“Wunder geschehen…”
“…man weiß nur nicht wann.” 

sagte die  Psychoanalytikerin Erika Freeman im Gespräch mit Markus Kupferblum im Rahmen der Wiener Vorlesungen.

Wunder scheint es wahrlich zu brauchen, um endlich einen humanen und vernünftigen Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu finden, die Österreich ihr Daheim nennen, ohne die richtigen Papiere dafür zu haben.

Einen sicheren Hafen zu haben, ist wesentlich um sich dem Risiko von Entwicklungsaufgaben stellen zu können und an ihnen zu wachsen. Oder um es mit den Worten des folgenden Märchens zu sagen: die Möglichkeit Da-Heim sein zu dürfen und nicht ins Dort-Hin abgeschoben zu werden.

Da-Heim hat vielerlei Gestalt und zeigt sich in Beziehungen die tragen, in Gesetzen und Institutionen, die rechtlichen und gesellschaftlichen Schutz geben, in Orten die vertraut sind.

All das ermöglicht es erst an den mit Risiko und Rauscherfahrungen reichen Entwicklungsaufgaben der Kindheit und Jugend zu wachsen, ohne ständig in der Gefahr existenzieller Bedrohung zu sein. 

“Wunder geschehen…”

…jedenfalls im Märchen… 

Dort gibt es sie gewiss, die wundersamen Lösungen für ausweglose Probleme.
…aber nicht nur dort.

Und so erzählen die nachfolgenden Zeilen beides zugleich: 

ein Märchen, in dem die Kinder mit den leeren Händen um ihr Da-Heim bangen und  

die Geschichte der Initiative “Schuldlos Papierlos” die für über zweihundert “Einzelfälle” einen lebensentscheidenden Unterschied machte und 1999 in der Mobilen Jugendarbeit in Wien ihren Ausgang nahm. 

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rauschblicke – auf der suche nach unterschieden.

– ein tanz mit der sprache, der ritt auf dem beat –

…zuerst war da der beat. wie ein herzschlag.   

die umsetzung eines kleinen, inspirierenden zwischenspiels in unserer arbeit mit jungen menschen gestaltete sich sehr ungezwungen und experimentell. es ist noch nicht all zu lange her, fand statt, bevor brachial und allesübergreifend entwicklungen in ihre und unsere lebenswelten eingebrochen sind. das herz dieses unterfangens, die strategie, die von den jugendlichen hier angewand wird, ist aber eine, die sie auch durch diese zeiten trägt und aus ihnen selbst herauswächst. und immer wieder neuen nährboden findet. sie ist höchst flexibel.

in den räumen eines jugendzentrums wird ein gerät positioniert, das durch diverse schalter einen beat erzeugt, der durch einfache handbewegungen modifiziert werden kann und lautstark durch den raum hallt. in einer endlosen schleife. die beteiligten personen streifen durch den raum und an das gerät, sie werkeln dran herum, bis da dieser fertige beat ist, der für die nächsten 3 stunden die rolle einer begleitung übernimmt. die beteiligten haben etwas gemeinsames, rudimentäres erzeugt, auf dem sie jetzt reiten wollen. hier kann nun etwas wachsen.

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Der Sprung

Hatte ich vorher schon so eine Ahnung, dass in diesem zweiten Teil der risflecting-Weiterbildung etwas Wichtiges für mich persönlich geschehen würde. Das Gefühl im Bauch, dass etwas Entscheidendes näher kommt, nahm die Tage vorher zu. Als ich in der Mail mit den Dingen, was mitzubringen sei, das Wort „Outdoorbekleidung“ las, wurde das Gefühl intensiv. Es brachte mich alleine beim Lesen in die Gefahrenzone.

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Konsumbalance versus Abstinenz?

„Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und Herrlichkeit Amen“. Unzählige Male habe ich dieses Gebet ausgesprochen. Mal ganz laut, mal ganz leise. Als kleines Kind mit meinem Vater, aber auch mit meinen eigenen Kindern 35 Jahre später beim gemeinsamen Gottesdienst. Aber ganz ehrlich: den Teil mit „und führe uns nicht in Versuchung“ habe ich meistens gedankenlos ausgesprochen. Ich habe ihn nicht wirklich verstanden und erst recht nicht hinterfragt. Ich habe das Risiko, die Gefahr aber auch die Chance dieses einen Satzes nicht erkannt. Ich habe nicht bemerkt, welche Sprengkraft dieser eine Satz besitzt. Sprengkraft in Bezug auf mich, meinen Glauben, mein Bild von Gott und Kirche, aber auch mein professionelles Handeln in meiner Arbeit innerhalb der Suchthilfe. Ich bringe diesen Satz in Bezug zu Rausch, Abstinenz, Suchtmittel und Konsum im Allgemeinen und ob ich an einen Gott möchte, der mich vor Erfahrungen bewahren möchte.

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Pandemiologie

Das zentrale Element der Verschiebung zeigt sich in einer Krise an vielfältigen Stellen. Neben dem Effekt, dass die implementierte Angstursache verschoben und ebenso suggeriert wird, kommt es auch im Wertesystem zu immensen Tektoniken im Außen. Prinzipiell eine gute Gelegenheit für Dekonstruktion und Neuerschaffung. Doch wie spielt die Angst hier hinein?

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Graubereiche, “Gottes Eindeutigkeit” und der Mut zur ungewissen Vielfalt

Schwarz – Weiß – Grau

In einer anderen Zeit. Ein Mann ist auf dem Weg zwischen zwei Siedlungen seines Stammes. Er trifft auf einen ihm Unbekannten. Beide sind bereit den jeweils Anderen zu töten… und beginnen ein langes Gespräch, um mögliche Verwandtschaften herauszufinden, die das Band des Vertrauens knüpfen und einen Kampf auf Leben und Tod verhindern können.

Der Forscher Jared Diamond beschreibt im Buch “Vermächtnis” am Beispiel mehrerer noch existierender Stammesgesellschaften, deren aufwendige Rituale um Graubereiche herzustellen, die es ermöglichen jemanden “eigentlich Fremden” als vertraut genug anzusehen um ihn nicht attackieren zu müssen.

Graubereiche zu haben ist ein enormer Fortschritt in der Menschheitsgeschichte.  Moderne Gesellschaften verlagern die Schaffung von Grauzonen weg von einzelnen Individuen, hin zu Gesetzen, Institutionen und Strukturen. Dadurch ermöglichen sie so vielen Menschen wie nie zuvor, friedlich auf engstem Raum zu leben, obwohl sie einander fremd sind. Dass sich nicht aus jeder Begegnung in der Stadt diese Notwendigkeit ergibt Graubereiche erst aufwendig zu eröffnen, ist eine zivilisatorische Leistung, die die Risikozone sozialer Interaktion enorm ausgedehnt hat.

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Corona und Suchtprävention

Was hat das alles mit Suchtprävention zu tun?

Die aktuellen Entwicklungen verändern unsere Lebenswelt. So bringen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus Einschnitte und Einschränkungen auf allen Ebenen mit sich. Im privaten Bereich stellen sich folgende Fragen: Wie gehe ich persönlich mit den Entwicklungen um? Welche Risiken gehe ich weiterhin ein? Beruflich bedeutet das: Wie strukturiere ich meinen Arbeitsalltag um und wie geht es mir damit? Wie erreiche ich meine Dialoggruppen, wenn persönliche Termine schwierig werden? 

Suchtprävention ist wichtig und richtig

Was hat Corona aber mit der tatsächlichen Arbeit in der Suchtprävention zu tun?

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